Sonntag, 30. September 2018

Bericht NIKON Coolpix P1000

Wie ich schon erwähnt hatte, hatte ich eine brandneue NIKON Coolpix P1000 über das Wochenende zum Testen überlassen bekommen ....

Als jahrelanger Eigentümer einer NIKON Coolpix P900 (also dem Vorgängermodell) sollte ich ja wissen, wo Schwächen / Stärken / mögliche Probleme liegen könnten. Und ja - ich habe Stärken und auch Schwächen gefunden. Aber Eins nach dem Anderen ....

Die NIKON Coolpix P1000 (ich schreibe jetzt nur noch P1000) hat einen 125fachen optischen Zoom - äquivalent zu einem 35-mm-Film entspricht das einer Brennweite von 3.000 mm !!!
Bei einer solchen Brennweite hat man nicht nur Probleme mit seiner eigenen Atmung und seinem Puls, sondern auch noch mit dem Einfluss atmosphärischer Störgrößen wie Wärme und Wind. Nein - dies ist nicht ein Hinweis von einem Übungsplatz für Scharfschützen.

Beispiel warme, aufsteigende Luft (Wärmeflimmern):

3.000 mm Brennweite (äquivalent zu einem 35-mm-Film)

7.500 mm Brennweite (äquivalent zu einem 35-mm-Film)

12.000 mm Brennweite (äquivalent zu einem 35-mm-Film)
Mal eben einen Heißluftballon fotografieren, der sich in gut 2-2,5 km Entfernung zu meinem Standort befindet, geht also nur sehr bedingt bis geht überhaupt nicht.

Im Internet gibt es in verschiedenen Foren diverse Hinweise, welche Brennweite für welche Entfernung ratsam ist. Da gibt es verschiedene Richtung, aber nur eine Straße - soll heißen, im Grunde genommen sagen alle Beiträge so ziemlich die gleiche Formel aus.

Entfernung in Meter = Brennweite in Millimeter / 10

Beispiel: 
Mit einer 600 mm-Kanne kann man also einen Bereich bis 60 m abdecken. Ohne Berücksichtigung atmosphärischer Störquellen (Wärme / Wind).
Mit einer 400 mm-Kanne kann man also einen Bereich bis 40 m .... blablabla ...

Da könnte ich also mit 3.000 mm bis 300 m fotografieren ?

NEIN !!

Die atmosphärischen Störquellen nehmen antiproportional zur Entfernung zu.
Hört sich jetzt sehr wirr an, aber wenn Ihr eine Kamera in der Hand hättet, mit 125fachen optischen Zoom, würdet Ihr es verstehen ....

Bei voll ausgefahrenen Zoom kann sich Euer Objekt (welches Ihr fotografieren wollte) schon mal bei atmen komplett aus dem Sichtbereich der Kamera heraus hoppeln .... nur durch das Atmen (meiner Frau so geschehen) .... und sie fand den Greifvogel nicht wieder !!

Ich habe heute mal versucht, einige Objekte zu fotografieren, die ein wenig weiter weg waren, um das Flimmern und die dadurch resultierende Unschärfe zu zeigen ....

Entfernug : geschätzt 5-6 km plus Fluhöhe ....
Entfernung : geschätzt 100-120 m
Entfernung: geschätzt 45-55 mm

Entfernung: geschätzt 45-55 mm
Das ist kein Nachteil der Kamera - es ist ein physikalische Gesetzmäßigkeit.

Der Nachteil der Kamera ist, dass wenn das Objektiv ausfährt, "kippt" sie quasi nach vorne zum Objektiv hin. Der Schwerpunkt verschiebt sich derart, dass längere "Fotosession" ganz schön ins Handgelenk gehen können.

Abhilfe: Ich nenne es mal "Z"-Griff oder auch Stativ-Gedöns (werde den richtigen Begriff hier einsetzen) unter die P1000 montieren, damit der Schwerpunkt bei Distanzaufnahmen nicht zu sehr ins Handgelenk geht.

Definitiv Nachteil der Kamera - der Bildschirm im Sucher oder auch Diopter ist wesentlich kontrastreicher und schärfer als das Foto, welches man gemacht hat.
Soll heißen, im Sucher hui - am Rechner pfui.
Woran es liegt ? OLED ? Ich weiß es noch nicht genau, werde da mal nachhaken ...

Ansonsten sind mir in der (zurückblickend) doch sehr kurzen Zeit keine wesentlichen Mängel der Kamera aufgefallen.

Hier noch ein paar Impressionen ....